Armreif fluegel top1

Armreif mit gestrickten Flügeln

Ein außergewöhnlicher Armreif mit gestrickten Flügeln: Schmuckgestaltung mit Mineralien – ein Blick hinter die Kulissen

Die Welt des Schmuckdesigns lebt von Kreativität, handwerklicher Präzision und der Freude am Experimentieren. Besonders deutlich wird das, wenn Designerinnen und Designer die Gelegenheit erhalten, ihre Ideen im Rahmen renommierter Wettbewerbe zu präsentieren. Einer dieser Wettbewerbe war über viele Jahre hinweg der internationale Gestaltungswettbewerb „Schmuck gestalten mit original Mineralien“, ausgerichtet von der Fachzeitschrift FZ. Im Jahr 2007 stand der Wettbewerb unter dem Thema „Armschmuck“ – ein spannendes Feld, das sowohl gestalterische Freiheit als auch technische Raffinesse verlangt.

Die FZ – ein prägendes Magazin der Schmuckbranche

Die FZ – Europas Trend‑Magazin für Uhren, Schmuck und Accessoires war über Jahrzehnte hinweg eine feste Größe in der Branche. Sie erschien seit Mitte der 1980er‑Jahre und entwickelte sich zu einer wichtigen Inspirationsquelle für Goldschmiede, Designer, Edelsteinliebhaber und Fachhändler. Die Zeitschrift präsentierte Trends, stellte neue Materialien und Techniken vor und bot eine Plattform für Wettbewerbe, die Kreative aus aller Welt zusammenbrachten.

2018 wurde das Magazin eingestellt – doch viele seiner Impulse wirken bis heute nach. Besonders der Wettbewerb „Schmuck gestalten mit original Mineralien“ hat zahlreiche außergewöhnliche Arbeiten hervorgebracht und Designer dazu ermutigt, Mineralien nicht nur als dekoratives Element, sondern als integralen Bestandteil ihrer Gestaltung zu begreifen.

Das Wettbewerbsthema 2007: Armschmuck neu gedacht

DSCN4688

Armschmuck ist eine besondere Disziplin. Ein Armreif oder ein Armband muss nicht nur ästhetisch überzeugen, sondern auch angenehm zu tragen sein, stabil bleiben und gleichzeitig Bewegungsfreiheit ermöglichen. Für den Wettbewerb 2007 galt es, Mineralien in ein tragbares Kunstwerk zu integrieren – eine Herausforderung, die viel Raum für kreative Interpretationen ließ.

Preisverleihung 2007 in München

Mein eingereichter Armreif entstand aus dem Wunsch, ein Schmuckstück zu schaffen, das kraftvoll und filigran zugleich wirkt. Die Grundform ist massiv aus Silber gearbeitet und stellt – in einer bewusst abstrakten Formensprache – zwei aneinander liegende Körper dar. Diese Form erzeugt eine harmonische Spannung zwischen Ruhe und Dynamik, zwischen organischer Weichheit und skulpturaler Präsenz. Der Armreif mit gestrickten Flügeln.

Handwerkliche Präzision: Stricken mit Silberdraht

Um die massive Grundform mit einer feinen, fast textilen Struktur zu kontrastieren, habe ich an den Seiten des Reifs in regelmäßigen Abständen winzige Löcher gebohrt. Durch diese Öffnungen begann ich, mit 0,25 mm dünnem Silberdraht an den zwei zarte Flügel an den Reif zu stricken.

Für diesen Armreif habe ich den 3. Preis erhalten
Armreif mit gestrickten Flügeln

Diese Technik ist anspruchsvoll: Der Draht muss exakt geführt werden, jeder Stich muss sitzen, und das Material reagiert sensibel auf Spannung und Druck. Das Stricken von Metall überträgt traditionelle Handarbeitstechniken in die Welt des Edelmetalls – ein Prozess, der Geduld, Erfahrung und ein tiefes Gefühl für Materialität erfordert. Aber am Ende hatte ich einen Armreif mit gestrickten Flügeln.

Granat-Kristalle als lebendige Akzente

In die gestrickten Manschetten habe ich Granat‑Kristalle eingearbeitet. Die tiefrote Farbe des Granats bildet einen intensiven Kontrast zum kühlen Silber und verleiht dem Armreif eine emotionale Tiefe. Granat gilt seit Jahrhunderten als Stein der Stärke und Leidenschaft – ein Symbol, das perfekt zur kraftvollen Form des Reifs passt.

Die Kristalle wurden bewusst in ihrer natürlichen Struktur belassen. Dadurch entsteht ein spannender Dialog zwischen Rohheit und Raffinesse, zwischen Natur und handwerklicher Gestaltung. Das Zusammenspiel von massivem Silber, filigranem Drahtgewebe und lebendigen Mineralien macht den Armreif zu einem Schmuckstück, das sowohl auffällig als auch überraschend leicht wirkt.

Ein Armreif mit gestrickten Flügeln, der Geschichten erzählt

Das Ergebnis ist ein Armreif, der die Grundidee des Wettbewerbs aufgreift und weiterführt: Mineralien nicht nur als Verzierung zu nutzen, sondern als aktiven Teil des Designs. Die Kombination aus skulpturaler Form, textiler Technik und natürlicher Mineralstruktur schafft ein Schmuckstück, das sowohl modern als auch zeitlos wirkt.

Gleichzeitig steht der Reif exemplarisch für das, was die FZ über Jahrzehnte gefördert hat: Mut zu neuen Ideen, Respekt vor dem Material und die Verbindung von traditionellem Handwerk mit zeitgenössischer Gestaltung. Auch wenn die Zeitschrift heute nicht mehr erscheint, lebt ihr Geist in solchen Arbeiten weiter.

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner