Topas, Aktinolith und Topas

Eingenähte Edelsteine

Edelsteine einnähen? Ja, in Brittas Schmiede bekommt man Edelsteine nicht nur in einer Krappen oder Zargenfassung – man kann sie sich auch einnähen lassen!

Bei den Edelsteinen kann es sich um Granat, Amethyst, Citrin, Aquamarin, Turmalin, Peridot oder auch einen Bergkristall handeln. Der Stein sollte rund und facettiert sein, ob es dann ein Rauchquarz oder ein Lemoncitrin ist, oder ein ganz anderer Edelstein – das ist Geschmacksache. Der Edelstein wird mit einem ø0,25mm dünnen Gold oder Silberdraht in eine speziell gestaltetet Fassung eingenäht. Die dünnen Drähte bringen die Facetten wunderbar zur Geltung. Die  Fassung kann in Silber, Gelb- oder Weißgold gefertigt werden und sie kann als Anhänger oder als Ohrhänger gearbeitet werden. Und mir fällt gerade ein, ich sollte noch erwähnen: es lassen sich natürlich nicht nur facettierte Edelsteine einnähen, diese Art zu Fassen funktioniert auch für Edelsteine im Cobouchon-Schliff und für Zuchtperlen.

Langener Goldschmiedin Britta Schwalm heimst einen weiteren Designpreis ein (OPO) (Dez. 2019)

Eingenähte Edelsteine – Eine besondere Fassungstechnik aus Brittas Schmiede

Edelsteine können auf viele Arten gefasst werden: in Zargen, in Krappen, in Kanälen oder in modernen Spannfassungen. Doch es gibt eine Technik, die sich deutlich von klassischen Fassungen unterscheidet und in meiner Werkstatt eine ganz eigene Rolle spielt: das Einnähen von Edelsteinen.

Diese Technik verbindet handwerkliche Präzision mit einer filigranen, fast textilen Anmutung. Sie ist weder traditionell noch experimentell – sie ist eine eigenständige Form der Edelsteinfassung, die den Stein sichtbar, leicht und gleichzeitig sicher hält.

In diesem Beitrag möchte ich erklären, wie eingenähte Edelsteine entstehen, welche Steine sich eignen und was Kundinnen und Kunden wissen sollten, wenn sie sich für ein solches Schmuckstück interessieren.

1. Was bedeutet „eingenähter Edelstein“?

Bei dieser Technik wird der Edelstein nicht in eine klassische Metallfassung gesetzt. Stattdessen wird er mit einemextrem feinen Draht – etwa 0,25 mm dünn – aus Gold oder Silber in eine speziell vorbereitete Fassung eingenäht.

Das Ergebnis ist eine Fassung, die:

  • den Stein sicher hält
  • seine gesamte Form sichtbar lässt
  • die Facetten besonders gut zur Geltung bringt
  • eine außergewöhnlich leichte, filigrane Optik erzeugt

Der Draht ersetzt dabei die Funktion einer Nadel – genäht wird mit Kraft, Präzision und viel Fingerspitzengefühl.

2. Welche Edelsteine eignen sich?

Nicht jeder Stein ist geeignet. Die Technik funktioniert besonders gut mit runden, facettierten Edelsteinen.

Typische Steine sind:

Ob es ein Rauchquarz, ein Lemoncitrin oder ein anderer Stein wird, ist reine Geschmackssache – entscheidend ist die runde, facettierte Form, die dem Draht Halt gibt.

3. Wie entsteht ein eingenähter Edelstein?

1. Die Fassung

Zunächst fertige ich eine speziell gestaltete Fassung aus Silber, Gelbgold oder Weißgold. Diese Fassung ist so konstruiert, dass der Draht später durch kleine Öffnungen geführt werden kann.

2. Der Draht

Der verwendete Draht ist außergewöhnlich dünn – 0,25 mm. Er ist stabil genug, um den Stein sicher zu halten, aber fein genug, um optisch fast zu verschwinden.

3. Das Einnähen

Der Edelstein wird mit dem Draht Schritt für Schritt fixiert. Dabei entsteht eine Art „textile“ Struktur, die den Stein hält, ohne ihn zu verdecken.

4. Die Wirkung

Durch die feinen Drähte wirken die Facetten des Steins besonders lebendig. Der Stein scheint fast zu schweben – ein Effekt, der mit klassischen Fassungen nicht erreichbar ist.

4. Gestaltungsmöglichkeiten

Eingenähte Edelsteine können als:

  • Anhänger
  • Ohrhänger
  • kleine Einzelstücke
  • Erinnerungsobjekte

gearbeitet werden.

Die Fassung kann:

  • schlicht und modern
  • organisch
  • strukturiert
  • oder klassisch rund

gestaltet sein.

Die Technik eignet sich besonders für Menschen, die:

  • filigranen Schmuck mögen
  • Edelsteine möglichst sichtbar tragen möchten
  • eine ungewöhnliche Fassungstechnik schätzen
  • ein leichtes, luftiges Schmuckstück bevorzugen

5. Eingenähte Edelsteine und Upcycling

Diese Technik eignet sich bedingt für Upcycling. Wenn ein vorhandener Edelstein rund und facettiert ist, kann er oft eingenäht werden.

Nicht geeignet sind:

  • spitze Steine
  • sehr flache Steine
  • Steine mit unregelmäßigen Kanten
  • Steine, die bereits beschädigt sind

Viele Kundinnen und Kunden bringen Steine aus alten Fassungen mit – etwa aus Ringen oder Anhängern. Wenn die Form passt, kann daraus ein neues Schmuckstück entstehen, das die Geschichte des Steins weiterträgt.

6. Was Kundinnen und Kunden vorab wissen sollten

  • Die Technik ist handwerklich anspruchsvoll und erfordert Zeit.
  • Der Stein muss rund und facettiert sein.
  • Die Fassung wird individuell für den jeweiligen Stein gebaut.
  • Die Drähte sind stabil, aber die Technik ist feiner als klassische Fassungen.
  • Jedes Stück ist ein Unikat, da Stein und Fassung exakt aufeinander abgestimmt werden.
  • Die Schmuckstücke können in Silber, Gelbgold oder Weißgold gefertigt werden.

Eingenähte Edelsteine sind eine besondere Form der Edelsteinfassung – filigran, leicht und dennoch sicher. Sie zeigen den Stein in seiner ganzen Schönheit und verleihen ihm eine fast schwebende Wirkung.

In meiner Werkstatt entstehen diese Stücke mit großer Sorgfalt und viel handwerklicher Präzision. Ob als Anhänger, Ohrhänger oder als Erinnerungsstück: Eingenähte Edelsteine sind eine außergewöhnliche Möglichkeit, Edelsteine auf eine Weise zu tragen, die man nicht überall findet.

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