Witwenring

Witwenring

Wenn sich zwei Menschen lieben, ist es immer zu früh, wenn der eine gehen muss. Die Frau, die vor mir sitzt, hat zwei, drei graue Haare in den dunklen Locken. Viel zu früh ist untertrieben.  Sie sitzt mit dem Ring Ihres verstorbenen Mannes an meinem Tisch und fragt, wie sie diesen Ring denn nur als Witwenring tragen kann.

Dazu muss man folgendes wissen: Der klassische Witwenring besteht aus den beiden Ringen der Ehepartner. Die Ringe der älteren Generation waren immer schmal und sie wurden dann zu einem breiten Ring zusammengelötet. Da in aller Regel der Mann vor seiner Frau verstirbt, heißt dieser Ring dann Witwenring. Manchmal wird noch ein Edelstein eingesetzt oder eine weitere individuelle Verzierung angebracht. Aber die zusammengelöteten Ringe sind das Erkennungsmerkmal für einen Witwenring.

Meine Kundin zeigte mir zwei breite weißgoldenen Ringe. Wenn man diese beiden Ringe zusammenlöten würde, dann kann man den Finger nicht mehr bewegen.

Die beiden Ringe
Die beiden Ringe

Wir haben uns lange unterhalten und dann für eine Art Bausatz entschieden.

 

Der Ring ist zersägt
Der Ring ist zersägt

Als erstes habe ich den Ring ihres verstorbenen Mannes in drei Teile gesägt und auf die richtige Ringgröße gebracht. Die schmalen Ringe sind so aufgeteilt, dass es einen etwas breiteren Mittelteil und zwei schmale ‚Flügelchen‘ ergab. Die beiden Flügel habe ich an den Ring meiner Kundin gelötet.

 

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So ist der Ring nicht zu breit geworden und sie hat dennoch einen Teil des Ringes von ihrem Mann mit ihrem Ring verbunden. Sein Ring schützt ihren Ring.

 

Die Mitte des Ringes und der Safir
Die Mitte des Ringes und der Safir

Für den Mittelteil des Ringes hatte sie sich einen leuchtenden organefarbenen Safir ausgesucht. Aus diesem Teil des Ringes durfte ich etwas ganz neues machen. Ein schlichter Ring mit einem schönen Mittelstein, der in keiner Art und Weise zeigt, dass er ein Witwenring ist. Aber meine Kundin weiß immer, sie trägt ein Teil des Ringes ihres Mannes.

 

der Safirring
Der Safirring

Der Safirring hat eine Fassung, die nicht bis ganz unten durch geht. Von oben sieht man das nicht und es hat einen einfachen Grund:

 

Beide Ringe gemeinsam
Beide Ringe gemeinsam

Meine Kundin kann so auch beide Ringe zusammen tragen. Es ist dann zwar ein breiter Ring, aber da er nicht zusammengelötet ist, kann man den Finger bewegen. Und sie kann immer entscheiden, ob sie beide Ringe an verschiedenen Fingern oder an einem Finger tragen möchte, oder ob sie den einen oder den anderen Ring tragen mag.

 

beide Witwenringe
Beide Witwenringe

So sehen die beiden fertigen Ringe aus.

Es gibt noch weitere Beispiele unter Witwenring – Witwerring zu sehen.

 

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4 Kommentare

  1. Ungefähr ein viertel Jahr nach dem Tod meines Mannes fühlte es sich merkwürdig an, den Ehering zu tragen… Ich habe mir dann beim Juwelier einen wunderschönen „Witwenring“ machen lassen und lege ihn nie ab, obwohl mittlerweile wieder einen Partner habe.

    1. Liebe Renate,
      das ist doch wunderschön. So soll ein Witwenring sein: eine liebevolle Verbindung und Erinnerung an einen Menschen, mit dem man ein Stück Leben geteilt hat. Und wie schön, dass Sie einen Partner haben!
      Herzliche Grüße und alles Gute für Sie

  2. Eine super Lösung,

    Ich habe gestern erst geheiratet und hoffe nicht das ich nie so einen Ring brauche.
    Aber die Idee finde ich super schön

    1. Herzlichen Glückwunsch! Und herzlichen Dank für das Lob. Ja, gerade, wenn man frisch verheiratet ist, dann ist es völlig undenkbar, dass ein Partner versterben könnte. Und ich hoffe, Sie beide leben lange und glücklich miteinander. Alles Gute für ihren gemeinsamen Weg 🙂

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